SKA, SKA, POLSKA...
Ein Reisebereicht von Matze.
 
Wir wussten es ja schon immer, die Welt sollte einfach mehr von uns erfahren. Und da kam uns die E-Mail von Anina (Name selbstverständlich anonymisiert) „Ich trinke nur dienstlich“ aus dem Hauptamt in Darmstadt gerade recht, die uns zu einem Trip in die Partnerstadt Plock im schönen Polen einlud um die Stadt Darmstadt, ich sage mal zu repräsentieren. Und wer wäre bitte dafür besser geeignet als unser kleiner aber feiner Sauhaufen. Also gesagt, getan. Wir sind dabei!!

Nach unserem Besetzungskarussell und Bennis geschätzten achtzig Jahre alten Rücken, der leider am Vortag seinen Dienst nicht weiter antreten wollte, konnte es am Donnerstag den 8. Mai mit folgenden Repräsentanten auf die 19stündige Reise Richtung Osten gehen.

 
„Die Fressmaschine“ Zemke
„Der Magier“ Arne
"Muhkuh" Mira
"Der Uahhhrrgh" Matze
       
"Der Bulle" Franca
"Der Hut" Chris
"Die Agentin" Henriette
 
 

Donnerstag, 8. Mai 08

Das war sie also unsere kleine Reisegruppe. Wir trafen uns am Donnerstag am Parkplatz am Böllenfalltor um dort, bis der Bus kommt, ein bisschen zu grillen und das ein oder andere Bier zu trinken. Der Partyausschuss – Arne – hatte geladen. Ich kam also an, und gesellte mich zu Arne und Mira. Bis die restliche Truppe eintraf grillten wir ein wenig, sammelten unser Equipment, das glücklicherweise der gute Geist der Ska-Allüren – Mavie –samt unseren Zemke vorbeibrachte. Mit der Zeit kam dann auch Nina, die nette Mitarbeiterin des Hauptames und ihre Belegschaft, sowie die zweite Repräsentanten-Combo, Fat, Red & Ugly und eine Begleiterin.

Der Bus kam und die Busfahrt konnte beginnen, Gott sei dank war eine Toilette an Board, da ich (Matze) wahrscheinlich über die kleinste Blase der Welt verfüge und in den folgenden Stunden ich sage mal so an die 25x die Schüssel frequentiert habe.
Es wurde Nacht und Mr. Zemke und ich waren augenscheinlich die letzten die noch in Partystimmung waren. Neben hochgeistreichen Diskussionen über Adorno und „Andreas Baader war ein Poser-Terrorist“, an die ich mich nicht mehr richtig erinnern kann, schallte es von den hinteren Bänken…auch hier sind die Erinnerungen Bruchstückhaft ich fasse mal die wichtigsten Schlagworte zusammen: „Frechheit“, „Rücksichtslosigkeit“, „Adorno“ (hatte sie mitdiskutiert??) und so etwas wie „Ruhe“ nehme ich mal an.

Und hier kamen wir zum ersten Mal mit Frau Adele R. in „Kontakt“. Eine Fotografien ebenfalls aus DA. Wir enthalten uns hier jeglichen Kommentares weil ich ihr zutraue einen Computer zu bedienen ;). Nachdem wir dann ebenfalls den wundersames Reiz des Fotoapparates und dessen Disco-Blitz-Beleuchtung in Angriff nahmen, waren wir auf einmal zu dritt: Mr. Fat, der besagten zweiten Band, sagte in einem ich sage mal „angespannten“ Ton so etwas wie: DER BLITZ, MACHT DEN BLITZ AUS; SCHREIT RUM, LACHT ABER MACHT DEN BLITZ AUUUUUUSSS. Ich glaube er trug eine Sonnenbrille ich bin mir aber nicht sicher. Doch dann kehrte auch bei uns Ruhe ein und wurden so richtig an einer Tankstelle in Polen wach.

Freitag, 9. Mai 08

Mit leichtem „Restdiesel“ ging es also hinein, ein köstlichen „Kawa“ - Käffchen - zu kaufen. Gott sein Dank war Arne in besitz einiger Zloty, so dass dieses Projekt in Angriff genommen werden konnte. Bevor es jedoch zur Theke ging fiel uns ein illustrer ich sage mal „Liebsfilm“ im Regal der Tankstelle auf, mit dem Aussagekräftigen wie gleichzeitig anregenden Titel: „Fick, Haarige Pelztiere“. Ein Klassiker…. Na gut ab zur Kaffeetheke. Und siehe da, die Bestellung hat sogar funktioniert. Prost das tut gut.

Die nächsten Stunden verbrachten wir dann damit während der Busfahrt sich die vorbeirauschenden Häuser und Umgebung anzusehen, noch ein wenig zu schlafen oder still vor sich hin zu vegetieren. Und dann waren wir da: Willkommen in Plock.

"Welcome to the Hotel Calipolska..."

Unsere erste Station war das Hotel für die werten Mitarbeiter des Hauptamtes. Unsere Herberge befand sich ein paar Kilometer entfernt - ein Studentenwohnheim nicht weit von der Weichsel -, so dass die nächste Station unser zu Hause für die nächsten Tage, angesteuert wurde. Alles musste recht schnell gehen und zack ausladen zack, zack, zack und da lag es vor unser 10stöckiges Zuhause.

Während des Einparkens hatte ich das Gefühl, der Bus hatte ich sage mal "Feindkontakt", sprich ich hatte das Gefühl er hätte etwas gerammt, ich bin mir allerdings nicht ganz sicher. Auf jeden Fall war der Herr Busfahrer extrem genervt, dass alles so lange dauern würde.
Wir gingen also hinein und wir kamen zur Zimmeraufteilung. Man muss sich das so vorstellen, dass immer vier Zimmer zu jeweils 2 Personen durch einen Gang mit Dusche und Toilette verbunden waren, so dass wir die Möglichkeit hatten unseren Sauhaufen Tür an Tür zu haben.

Eine freundliche ältere Dame hatte auch eine entsprechende Liste mit unseren Namen dabei und erläuterte diese uns im astreinen Polnisch, dass wir wirklich gar nicht also wirklich überhaupt nicht verstanden. Und da lautet dann die Parole:
„Männer, winken nur winken und süss aussehen. Süss und knuddelig“

Nachdem die Zimmer aufgeteilt waren, ging ins zu dem nahe gelegenen Markplatz, der Stary Rynek, der auch den Ort des Festes darstellte. Ein wirklich schöner Marktplatz mit augenscheinlich neu renovierten Häusern und einer Kirche. Very nice!
Dort im Dom Darmstadt, das ist so eine Art Mehrzweckhaus mit deutschen Touch, z.B. eine Bibliothek mit lyrischen Klassikern wie die „Cosmopolitan“ oder dem Darmstädter Echo, wurden auch unsere Instrumente gelagert, was an sich sehr praktisch war, da die Bühne sich in nur zehn Meter Entfernung befand. Nachdem dies auch vollbracht war, gingen wir auf die Suche nach einem „Kantor“, wo wir unsere Euros in brauchbares Geld umwandeln wollten.
Einige Meter durch die Innenstadt, zwischendurch trafen wir auch auf „Fat, Red & Ugly“, die aber so nicht wirklich viel mit uns zu tun haben wollten ;) evtl. lag es an unserem Foto, kamen wir an einem geeigneten Kantor an. Eine Frau erklärte uns das System dann glücklicherweise auf Deutsch, so dass wir einige Momente später Zahlungsfähig waren. Dies musste natürlich gleich ausprobiert werden und wir setzten uns in ein Cafe und ließen uns den ein oder anderen Kawa in der Sonne schmecken.

Dann hieß es: "Zurück zum Dom Darmstad". Dort trafen wir uns wieder mit dem Darmstadt Trupp zum ersten offiziellen Teil, der uns sehr freute: MITTAGESSEN. Gerade für unseren Zemke scheint dabei das Herz und vor allem die Nase aufzugehen. Sich selber als die „größte Fressmaschine“ bezeichnend, agierte er in den folgenden Tagen als eine Art „Müllschlucker“. Tritt man auf seinen Fuß geht der Mund auf. Von der Salatbeilage, den Resten auf fremden Tellern bis zum Bonbon oder Keks, die auf dem Tisch platziert waren, findet alles seinen Weg in den Schlund des Zemke. Für unsere Pflanzengenießer gab es einen schmackhaften Pfannkuchen mit Knoblauch und Spinatfüllung, für den Rest Fleisch, Rotkohl, Kartoffeln.
Danach war erst einmal „chillen“ angesagt. Wir kochten uns einen mehr oder weniger leckeren Instantkaffee in unserer „Zimmerküche“ – einem Wasserkocher. Eigentlich ideal, da Zemke in weiser Voraussicht löslichen Kaffee gekauft hatte und wir im Zimmer über eine Grundausstattung an Geschirr verfügten.

Am Abend kamen wir zum zweiten offiziellen Teil des europäischen Picknicks. Nach Nina, eine Veranstaltung bei der sich alle kennen lernen. Und tatsächlich sollten sie uns von unserer besten Seite kennen lernen.

"Let's get this Polska started..."

Am Hotel der MitarbeiterInnen des Hauptamtes trafen wir uns am Abend mit Nina und Tomek. Tomek war der immer sehr sehr nette aber auch immer gestresste Organisator des europäischen Picknicks. Und dieser hatte sogar eine Überraschung in Form von drei „Laskas“ im Schlepptau – wir würden sagen Tussis, Nageldesignerinnen oder auch Mantabeifahrerinnen – die unsere Begleitung für diesen Abend darstellen sollten. Wunderbar ;) Zemkes Ziel war es nun, unsere Begleiterinnen auf der Party mal so richtig abzufüllen! Wir liefen also zur Festivität.
Am Ort des Geschehens angekommen, erwartete uns eine Art „Cocktailparty“. Es gab ein Buffet, zwei Polizisten, eine „Bierflatrate“ und einen Tanzpavillion. Es war also eine offizielle Party mit den Herren Bürgermeistern aus beiden Städten. Wir setzten uns erst einmal etwas abseits auf die Wiese und begannen das Bier zu genießen, uns mit Walter und seiner Frau – die einen sehr dreckigen Humor hat, eigentlich könnte sie bei uns mitspielen;) - zu unterhalten und den Abend zu genießen.

Nach einigen Bier und ein paar Stunden später wurde die Sachlage wieder unübersichtlicher. Henriette und Franca tanzten mit Adele R. - der Frau aus dem Bus - und mir wurde erzählt ich hätte den Ententanz ebenfalls mit Henriette und Franca unter dem Tanzpavillion getanzt. Ich halte dies für ein Gerücht *hust*. Auf dem Stimmungshöhepunkt holte Tomek (Bild unten Mitte) eine Flasche Vodka heraus. Wir ließen uns da natürlich nicht lange bitten und schwups rinn, immer rinn. Ein Teufelszeug, das im Hals, im Mund und im Magen den Eindruck vermittelte man hätte einen Bienenschwarm verschluckt. So ging es mir zumindest. Und wie sollte es nun anders sein, die Sachlage wurde prekär. Die Erinnerungen sind auch an dieser Stelle tendenziell eher verschwommen. Ich weiß nur noch, dass ich der italienischen Band Margo -die in der Zwischenzeit eingetroffen war - wieder und immer wieder eine „Death-Metal-Disbelief-The-next-Song-Is-Called-Ansage“ vorgetragen habe. War sicherlich ein schönes Bild, sieben betrunkene Deutsche über das Fest torkeln zu sehen. Na ja.

Henriette kam nach einiger Zeit zu mir und meinte ich solle doch mal zu unserem Zemke kommen. Der hing in der Zwischenzeit ich sage mal mit schlaffer Körperhaltung an einem Zaun und brachte kein Wort mehr heraus. Zuvor hing er noch in der Schlafstellung auf der Bank, aber nun hatte er es tatsächlich geschafft auf seinen EIGENEN Beinen mehr oder weniger SELBSTSTÄNDIG zu stehen. Kommando von Nina: Ab mit ihm nach Hause!


Ok, also Arne und ich nahmen ihn also unter den Arme und schleppten ihn in Richtung Ausgang. Ich glaube Zemke brabbelte auch irgendetwas Unverständliches ;) Am Ausgang angekommen mussten wir noch auf unser Taxi einige Minuten warten. Zemke legten wir in der Zwischenzeit auf den Grasboden, wo er – wie eigentlich jedem Gig den wir in mehr als 30 km Entfernung spielen – in seine Embryonalstellung lag und keinen Ton mehr von sich gab - und wartet auf die Dinge, die da so passieren.

Dann war das Taxi da. Erzählungen zu folge, sind wir Arne, Zemke und ich kollektiv vor dem Taxi und allen wartenden Gästen umgefallen, wobei ich mir eine ca. 20cm lange schürfwunde am Hals zugezogen habe. Also ab ins Taxi. Mit uns saß noch ein älteres polnisches Ehepaar im Auto, dass die Szenerie aber sehr locker aufnahm, solcher Art Schauspiel aber evtl. auch jedes Jahr miterleben darf.
Die schlaffe Körperhaltung, ließ Zemke nach vorne gebeugt zwischen Arne und mir sitzen. Nach eineigen Kilometern ein beherztes „Can you Stop – und „der hat die Backen voll“ fuhr der Taxifahrer ruckzuck rechts ran und der gude Möhrensalat lag auf der Straße natürlich nicht ohne den Taxieingang zu streifen. Erinnern wir uns: Zemke wollte unsere Betreuerinnen abfüllen!!! Nachdem das polnische Ehepaar als erste ausstieg erreichten auch wir wieder unsere Herberge. Dort in den Lift, an der amüsierten Pförtnerin vorbei und den Embryo Zemke schnellstmöglich ins Bett verfrachten. Dann kam die zweite Ladung Möhrensalat in eine Papiertüte, die schnell ihre Stabilität verlor und das ganze Zeug langsam sich durch die Pappwände schob. Nach einigen Minuten kam auch der Rest der Truppe und außer Zemke den wir dann endlich ins Bett gebracht hatten feierten wir weiter….meine Hose wurde von Mira heruntergezogen, Chris schaffte es nur mit Zungenkraft eine Tasse herumzudrehen…


Samstag 10. Mai

Der Morgen danach. Ich wachte in kompletter Klamottenmontur auf meinem Bett auf. Meine Brille war verbogen und mein Hals zierte wie erwähnt eine 20cm lange Schürfwunde. Eine astreine Party würde ich sagen. Auch unser Herr Zemke, sagte nach gut 10 Stunden auch wieder ein paar Worte ….ähhuaääh. „Hab ich gekotzt?“ – „Ja hast du“ - „Geil,( er streckt die Arme nach oben) ich kann mich an nicht mehr alles erinnern.“
Nach dem langsamen wieder zu sich kommen, führte uns der erste Weg erst einmal in den nahe gelegenen Netto-Markt um eine Grundausstattung an Lebensmitteln für die heimische Bude zu kaufen. Zurück an unserer Herberge erwarteten uns an unseren Zimmer drei liebreizenden Damen…und wer könnte es anders glauben…sie waren unsere nächsten Betreuerinnen. So, so. Die Frage war natürlich wo waren die Nageldesignerinnen von gestern? Also da standen sie: Agatha, Agatha und Magda (Bild unten). Wirklich drei sehr sehr nette Deutsch-Studentinnen, die uns in den nächsten Tagen begleiten sollten.

Während die eine Hälfte der Chaostruppe einen Ball kaufen ging, verweilte die andere am Strand der Weichsel. Gegen Mittag ging es erneut zum Mittagessen, diesmal in die älteste Schule Polens. Dort war im alten Gewölbekeller, der auch zur Hälfte eine Art Museum zu sein schien, ein extrem reichhaltiges geschätztes 50m langes Buffet offeriert wurde. Die Herren Bürgermeister tauschten ihre Gastgeschenke aus und hielten die ein oder andere Rede. Wir dagegen hielten uns aufgrund der Ereignisse am Vorabend lieber zurück. Nach dem nicht so ganz schmackhafte Fusel der zum Anstossen gereicht wurde, ging es zum Buffet. Natürlich fielen wir zwischen den ganzen hübsch gekleideten Leuten überhaupt nicht auf ;). Es ging zum Essen. Die Auswahl war wirklich extrem geil. Alles, aber auch alles. Satt essen war die Parole und so war wahrscheinlich unsere Fressmaschine Zemke – „Ja meine Damen und Herren sie haben richtig gesehen unser Bassist kann sich bis jetzt ohne fremde Hilfe auf zwei Beinen halten – war der letzte der den Saal verließ. Danach ging es zurück ins Studentenwohnheim. Duschen, Proben, den Tag Revue passieren lassen und das Wetter genießen.

Das abendliche Essen im Dom Darmstadt ließen wir erst einmal ausfallen, so dass wir erst gegen späteren Abend den Marktplatz, den Stary Rinek, ansteuerten, wo das europäische Picknick seinen Lauf nahm. Und siehe da, da waren ungefähr 1000 Menschen, meist weiblich und wahrscheinlich minderjährig vor der Bühne, die einer Art „Ostausgabe“ von Take That anhimmelten. Drei oder waren es vier „Schönlinge“, die sich in engen Klamotten auf der Bühne grazil wie Gazellen bewegten. Interessant. Wer sind die Typen? Auch im Dom Darmstadt, wo man vom Balkon einen super Blick auf die Bühne hatte und wir uns die Reste des Buffets zu Eigen machten, konnte uns das niemand erklären. Aber den Leuten gefiel es anscheinend.
Nachdem das Konzert beendet war und auch wir in Richtung einer weiteren Party aufbrechen wollten, befanden sich auf einmal geschätzt 20 mit Kugelsicheren-Westen (!) ausgestatteten Security-Fitness-Studio-Jahreskarten-Inhaber vor dem Ausgangstor und schlausten die Herren Ost-Take-That in das Innere wo wir mehr oder weniger verdutzt warten mussten bis sich die kreischenden Fans vor dem Tor (kein Witz) von ihren Opfer abließen. Der schönste Kommentar kam hierbei von einem Bandmitglied von Margo „No Photos please“! Nachdem wir den goldenen Käfig verlassen durften, ging es zur besagten Party, wofür uns Tomek Freikarten zur Verfügung stellte.

"It's just a trick..."

Nach einem weiteren Fußmarsch, den unsere polnischen Begleiterinnen anführten (wir verkneifen uns hier Witz) befanden wir uns auf der besagten Party am gleichen Ort wie am Vorabend. Der Tanzpavillion diente nun als Bühne für eine sehr tighte und coole polnische Funk, Soul…Band. Auch hier erwarteten uns zunächst weitere Schussichere Security-Beamte, die geschätzt 2 auf 2 Meter Ausmaße annahmen. Einige Minuten später wussten wir auch warum. Nachdem sich ein Jugendlicher tollkühn an das Mirko der Band wagte und den Mut bewies einen kleinen Gruß – wir wissen es nicht es war ja polnisch – über die Party auszuposaunen wurde dieser ich sage mal in einer sehr unpädagogischen Art und Weise (hihi) wieder zur Vernunft gebracht. Neben den Security-Beamten waren ebenfalls einige muskelbepackte Partybesucher anwesend, die das Gelände scheinbar nach potentiellen Opfern ausschau hielten. Wir beschlossen daraufhin aufgrund der Erfahrung mit unserem etwas schrägen Humor hin und wieder an den Falschen zu geraten, den Abend an der Weichsel zu verbringen. Wie gesagt hatten wir es bis zu diesem Zeitpunkt geschafft, nicht in irgendeinen Konflikt zu geraten! Wir trafen uns am Ausgang mit unseren Begleiterinnen. Im Augenwinkel konnte ich sehen, dass Arne in seiner liebevollen und offenen Art einem Party-Besucher einen monströsen und nicht zu durchblickenden Zaubertrick-Klassiker „Ich-knicke-meinen-Daumen-ab-und-es-sieht-so-aus-als-könnte-ich-meinen-Finger-abnehmen“ vorführte. Dieses illustre Schauspiel kommentierte Arne mit den Worten: „It’s just a trick…it’s not real“. Ich wendete micht von dieser Vorführung ab, bis der bis zu diesem Zeitpunkt noch mit „It’s Amazing seine Bewunderung ausdrückende Partygast seinen werten „Effe“ streckte und immer wieder und wieder „Fuck You!!!, Fuck You! Arne nachbrüllte...Zeit zu gehen!

Mit unseren Begleiterinnen und wiederum deren Begleiter ging es wieder in Richtung Stadtmitte um noch das ein oder andere Bier zu kaufen und dann an das Ufer der Weichsel, wo wir bei Lagerfeuer und Gitarrespielen (Revoluzer-Klassiker und I’m a blues boy) den Abend bis in die frühen Morgenstunden ausklingen ließen. Auf drm Rückweg passierten Zemke und ich noch einen klasse Spielplatz wie die Bilder in unserer Galerie beweisen.

Sonntag, 11. Mai 08

Heute war es nun also soweit: Der Gig stand auf dem Plan. Nachdem wir unser Frühstück uns unseren Instant-Kaffee genossen, das Set besprachen ging es Richtung Soundcheck. Wir holten unsere Instrumente aus dem Dom Darmstadt und bewegten uns Richtung Bühne.

"Oh a very expensive fault"

Die Bühne war wirklich gigantisch groß und unsere 3 oder 6 m Klinkenkabel reichten nicht mal bis zur Mitte der Bühne. Die Techniker machten einen sehr kompetenten und netten Eindruck. Ich verkabelte also meinen Amp mit einer Box, die uns gestellt wurde. Zwei Buchsen an der Box, prima ich habe zwei Kabel, rinn damit….klimper, klimper es ertönte ein Gitarrensound und erlosch daraufhin in der Unendlichkeit der Bühne. Kein Strom an der Endstufe. Keine Kontrolleuchte nichts! Mir ahnte schlimmes. Die Impedanz einer Box und meine Fähigkeiten dieses komplexe System zu begreifen standen nun seit ca. 10 Jahren auf Kriegsfuss mit mir und meinem Reparaturbudget. Ich, de Weber, der Elektrometzger hatte diese böse, böse Impedanz wieder einmal unterschätzt.
Der Techniker und sein sehr beleibter Chef, der nach einer gewissen Zeit den sicheren Platz unter seinem Pavillion verließ und in einem sehr schönen polnisch seinen Techniker rumscheuchte….neues Kabel bullabulla ….Volmeter….anderes Kabel….bullabulla….neuer Netzstecker….. Doch nach 20 Minuten kamen sie natürlich dahinter, dass der Verursacher in seiner dünnen Gestalt mit gebrochenem Englisch direkt vor ihnen stand….Ich, der deutsche Strom-Amateur. Ok, Endstufe kaputt und der polnische Techniker fasste dies sehr treffend zusammen. „Oh a very expensive fault“ Ich bespielte dann eine Mixtur aus meiner Vorstufe und deren Combo,. Sound na ja aber wenigstens hörte man nun etwas.
Nach diesem Schreck…wurden wir mit unseren liebreizenden Reiseführerinnen Magda, Magda und Agatha Richtung Mittagessen gefahren. Das Essen war diesesmal leider nicht so gut wie die Tage davor aber wir wurden satt. Im Anschluss ging es mit dem Bus zurück in unser Zuhause. Fit machen für den Gig war die Parole.

Nachdem wir den importierten Darmstädter Äppler „probierten“ im Dom Darmstadt noch ein wenig probten ging es also los. Eine polnische Ansage und ab…
Wir fühlten uns etwas verloren auf der Bühne, der Gitarrensound war nicht so richtig cool und spielerisch nagten die letzten drei Partytage stark an unserer Routine. Wir verfügten sogar über ein ein kleines aber cool tanzendes Publikum. Es hat Spaß auf jeden Fall gemacht auch wenn wir an den Ost-Take-That natürlich nicht herankamen und selber absolut nicht zufrieden waren.
Danach ging es zum letzten Abendmahl in eine Kneipe wo wir ebenfalls Abschied von unseren super lieben und netten Reiseführerinnen nehmen mussten; danach wieder in unser Studentenwohnheim wo Margo auf dem Flur eine astreine „Lichtschwerter-Show“ aufführten. Am Abend ging es wieder an die Weichsel, wo Mira und Chris auch übernachteten.

Montag, 12. Mai und Dienstag 13. Mai 08

Der letzte Tag war da. Am Mittag gönnten wir uns eine Riesenpizza, die Zemke natürlich in Rekordzeit verputzen wollte und auch verputzte. Die Nase isst schließlich mit. Dann hieß es Sachen packen und den Bus richtung Germoney. Gegen Mittag und nach einer unbequemen langen Fahrt kamen wir wieder am Böllenfalltor müde, stinkig und verschwitzt an. Schön wars!!

An dieser Stelle nochmal DANKE an:

Nina, Tomek, Agatha, Agatha, Magda und ein Namen den ich leider nicht mehr weiß :( und den Taxifahrer!!